Fachkräftesicherung

Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) bedauert den Beschluss zu einer abschlagsfreien Rente mit 63 für langjährige Versicherte. Angesichts des demografischen Wandels und der damit verbundenen Fachkräfteproblematik setzt die Rente mit 63 einen falschen Anreiz zur Frühverrentung. Der Verband setzt sich stattdessen für flexiblere Übergänge in den Ruhestand ein, die auch eine Beschäftigung über das gesetzliche Renteneintrittsalter attraktiv machen.

Schon heute finanzieren drei Erwerbstätige einen Rentner. 2030 werden auf einen Rentner nur noch zwei Berufstätige kommen (Destatis). Um das Wohlstandsniveau in Deutschland zu erhalten, ist ein höheres Renteneintrittsalter auf lange Sicht unvermeidlich. Viele Betriebe unternehmen schon heute enorme Anstrengungen, um ältere Mitarbeiter zu halten und ihre Beschäftigungsfähigkeit zu sichern. Das Rentenpaket, das am 1. Juli 2014 in Kraft getreten ist, wirkt diesen Bemühungen zumindest in Teilen entgegen. Fachkräfte mit 45 Beitragsjahren in der Rentenversicherung werden durch die Reform dazu ermutigt, bereits vor Erreichen des gesetzlichen Rentenalters in den Ruhestand zu gehen. Von der neuen Regelung profitieren bis zu 200.000 Anspruchsberechtigte pro Jahr. Zahlreiche Fachkräfte werden die Unternehmen mit ihrem Know-how verlassen. Vor allem in ländlichen Gebieten sind diese Mitarbeiter schwer zu ersetzen. Bereits heute ist jedes vierte Unternehmen in Deutschland mit Fachkräfteengpässen konfrontiert (DIHK-Arbeitsmarktreport 2013/14). Wenn sich Arbeitnehmer aus persönlichen Gründen für einen früheren Renteneintritt entscheiden, ist dies eine legitime Entscheidung. Dafür sollten aber von staatlicher Seite keine zusätzlichen Anreize geboten werden.

Durch die längere Lebenserwartung und verbesserte Arbeitsbedingungen gibt es immer mehr Menschen, die länger arbeiten können und wollen. Ein starrer Renteneintritt ist deshalb nicht mehr zeitgemäß. Zwar können Arbeitnehmer schon heute über die gesetzliche Altersgrenze hinaus weiterarbeiten, viele Arbeitsverträge sehen jedoch eine automatische Beendigung des Arbeitsverhältnisses vor, wenn der Mitarbeiter das gesetzliche Rentenalter erreicht. Deshalb sollten bessere tarifliche und gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand zu flexibilisieren. Nur so wird man der immer stärkeren Individualisierung der Erwerbsbiographien gerecht.

Meldungen

16. Februar 2016
Zuwanderung nach Deutschland – Chancen und Herausforderungen für den Arbeitsmarkt

BPM Forum am 16. Februar in Berlin

27. August 2015
Informationen für Arbeitgeber und Personalmanager

Geflüchtete Menschen beschäftigen

03. August 2013
Ergebnisse der gemeinsamen Befragung des BPM und BMAS unter Personalmanagern

Familienfreundlichkeit als Strategie zur Fachkräftesicherung

04. März 2013
BPM-Präsident unterstützt Jobgarantie für arbeitslose Jugendliche und fordert Anreize für Bewerbersuche im europäischen Ausland

Die Bewerbersuche im europäischen Ausland muss attraktiver werden

07. Februar 2013
BPM-Präsident fordert verbesserte Nutzung der Ausbildungspotenziale von Jugendlichen in Übergangsmaßnahmen zwischen Schule und Beruf

Ungenutzte Ausbildungspotenziale gefährden Fachkräftesicherung