Positionierung des BPM
Grundsatzprogramm - Bundesverband der PersonalmanagerSelbstverständnis
Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) ist die führende berufsständische Vereinigung für Personalmanager und Personalverantwortliche aus Unternehmen, Verbänden und anderen Organisationen. Sein Ziel ist die Definition und Wahrnehmung der Interessen der Verbandsmitglieder.
Die Mitglieder des Bundesverbands der Personalmanager sind in den verschiedensten Branchen, in allen Personalfunktionen und Führungsebenen tätig, unabhängig von der Größe der Organisation. Die Mitgliedschaft im BPM ist personengebunden.
Der BPM entwickelt mit seinen Mitgliedern ein Leitbild des Berufsstandes und leistet einen Beitrag zu dessen Professionalisierung, Qualifizierung und Internationalisierung. Der Verband setzt sich für anerkannte Ausbildungsstandards ein und trägt dazu bei, den Austausch innerhalb des Berufsstandes zu fördern - über nationale Grenzen hinaus. Der BPM sucht den Kontakt zu anderen Verbänden und tauscht sich mit diesen zu aktuellen Themen des Berufsstandes aus. Der BPM schärft zugleich das Bild des Personalmanagers in der Öffentlichkeit, den Unternehmen und Institutionen.
Der Verband zeigt "Mut zur Meinung" und bringt sich auch in aktuelle gesellschaftliche und politische Debatten ein. Der BPM bündelt die Interessen seiner Mitglieder und vertritt diese gegenüber Politik, Presse und Wirtschaft. Als führender berufsständischer Verband verfolgt der BPM das Ziel, bei Anhörungen und Gesetzgebungsverfahren eingebunden zu sein.
Seinen Mitgliedern bietet der BPM Plattformen um Meinungen, Erfahrungen und Wissen auszutauschen - so bringt der Verband Personalmanager zusammen und fördert deren Vernetzung. Darüber hinaus informiert der BPM seine Mitglieder über alle wichtigen und aktuellen Themen im Bereich Personalmanagement und steht ihnen beratend zur Seite.
Unser Bild des Berufsstandes
01. Human Resources Management ist Führungsaufgabe
Die Beschäftigten eines Unternehmens sind dessen wichtigste Resource. Deshalb ist das Management dieses Faktors entscheidend für den Erfolg. Erfolgreich geführte Unternehmen erkennen diese Bedeutung und räumen der permanenten Weiterentwicklung ihrer Beschäftigten entsprechenden Raum ein - auch und gerade auf Vorstandsebene. Für das Human Resources Management (HRM) bedeutet ein Verständnis seiner selbst als Führungsaufgabe auch: Die Personalmanager treten für die Messbarkeit ihrer Arbeit anhand von objektiven Erfolgskriterien ein.
02. Ein erfolgreiches "People Business" erfordert eine integrierte Personalorganisation
Eine schlagkräftige Personalorganisation integriert alle für das "People Business" notwendigen Funktionen, um unter einer einheitlichen Führung einen ganzheitlichen Ansatz sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, dass die in den letzten Jahren zunehmend ausgegliederten Funktionen mit Personalbezug wieder in den Personalbereich integriert werden. So sollten die Funktionen Arbeitsrecht, interne Kommunikation, Organisationsentwicklung, Personalcontrolling und Fragestellungen der "zentralen Dienste" wieder Teil einer umfassenden Personalorganisation werden. Eine solche Organisationsform hat den größten Skaleneffekt und arbeitet sowohl effizient als auch effektiv bei einer gleichzeitig klaren strategischen Ausrichtung.
03. Personalmanager haben eine Vorbildfunktion
Wenn Personalmanager ihrer Vorbildfunktion gerecht werden, hat dies auch eine positive Wirkung auf andere für die Beschäftigungsfähigkeit relevante Faktoren innerhalb der Organisation. Dies bezieht generell den gerechten und verantwortungsbewussten Umgang mit den Mitarbeitern ein, meint im Speziellen aber auch die Besetzung von Führungspositionen durch Frauen. Um sich glaubwürdig für funktionsübergreifend mehr Frauen in Toppositionen in Unternehmen einsetzen zu können, müssen im Human Resources Management deutlich mehr Frauen Führungspositionen bekleiden. Des Weiteren ist die ehrliche und kritische Auseinandersetzung mit Management-Begriffen und aktuellen Trends von zentraler Bedeutung. Jedes Konzept sollte daraufhin geprüft überprüft werden, ob es eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung nachhaltig fördert.
04. Human Resources Management ist Teil des zentralen Managements
Für die Festlegung der Unternehmensstrategie sowie die Bestimmung von personeller Verantwortung sind Personalmanager auf oberster Leitungsebene verantwortlich. Zur strategischen Unternehmensführung gehört eine Personalstrategie, die die Geschäftsziele effizient, effektiv und dauerhaft unterstützt und die Wertschöpfung des Unternehmens steigert.
05. HR-Manager sichern Richtlinien und Compliance
Human Resource Management heißt auch, intern zu kontrollieren und eine Steuerungsfunktion auszuüben. Dazu gehört, sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter ihre Verhaltensweisen und die Art, wie sie ihre Aufgaben erfüllen, sich gemäß der Unternehmensstrategie und -kultur ausrichten. Die Synchronisation von Unternehmens- und Personalstrategie und konkreten Personalaktivitäten und -Initiativen zählt dabei zu den wichtigsten Führungsaufgaben. Die Richtlinienfunktion des Human Resources Management schafft in den Organisationen erst die Freiräume, in denen sich Kreativität und zielgerichtete Produktivität entfalten können. Jenes Human Resources Management, das eine erfolgreiche Aufgabenwahrnehmung des einzelnen Mitarbeiters sicherstellt, ist in diesem Sinne Voraussetzung und Fundament aller weitergehenden Compliance- und Social-Responsibility-Ansätze.
06. HR-Manager sind Träger einer modernen, kooperativen Mitbestimmungskultur ("Sozialpartnermanagement")
Vor dem Hintergrund dynamischer Unternehmensentwicklungen wird das Zusammenwirken von Unternehmen und Sozialpartnern (Betriebsräten, Arbeitnehmervertretern in Aufsichtsräten) zunehmend wichtiger für den Unternehmenserfolg. Ein unternehmensweites Management von Mitbestimmung ermöglicht es, Wechselwirkungen vorherzusehen und die erforderliche Beteiligung der Geschäftsleitung, von Führungskräften und Betriebsräten abzustimmen. Die Entwicklung von Verhandlungsstrategien, das Ausloten von Verhandlungsspielräumen, die Gestaltung von Kompromissen und das Aufzeigen von möglichen Wegen zur Konfliktbewältigung ist Kernaufgabe der HR-Manager.
07. Human Resources Management stellt eine Verbindung zwischen Unternehmen und Gesellschaft her
Human Resources Management ist mehr als eine Unternehmensfunktion. Im "People Business" docken sich Unternehmen direkt an die Gesellschaft an. Das Human Resources Management spielt eine kulturell und politisch wichtige Rolle, weil es die Verbindung zwischen innen und außen, zwischen Unternehmen und Gesellschaft darstellt. Diese Aufgabe zu erfüllen, erfordert ein hohes Maß an Sensibilität für gesellschaftliche Strömungen. Aus gesellschaftlicher Sicht gilt: Weil das Human Resources Management das Scharnier zwischen Welt und Unternehmen darstellt, sind die wichtigen Institutionen wie Parteien, Medien, NGOs, Gewerkschaften, Verbände oder Kirchen auf eine stetige und offene Kommunikation mit dem Human Resources Management angewiesen.
08. HR-Manager müssen unbequem sein
Personalmanager verantworten die für den langfristigen Unternehmenserfolg wichtigste Ressource. Manager zu sein heißt, Konflikten nicht aus dem Weg zu gehen. Anstatt unternehmensintern den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, müssen Personalmanager konsistent an den Zielen festhalten, die sie als wichtig für das Human Resources Management und die gesamte Organisation erkannt haben.
Herausforderungen an das deutsche Bildungssystem
Beschluss:
Der BPM setzt sich im Rahmen seiner verbandlichen Arbeit ein für:
- die Verstärkung der voll qualifizierenden Berufsausbildung und den Abbau von Umwegen beim Übergang aus der Schule,
- die Steigerung der Studierendenzahl und Studienabschlüsse,
- die Verstärkung von Angebot und Nutzung bei der Weiterbildung im Erwachsenenalter, insbesondere für unterrepräsentierte Zielgruppen (Beispiele: Frauen und ältere Mitarbeiter)
Quotenregelung zur Erhöhung des Anteils von Frauen im Top-Management
Der Bundesverband der Personalmanager setzt sich im Rahmen seiner verbandlichen Arbeit für Quotenregelungen für Frauen im Management ein. Er sieht es insbesondere als erforderlich an, dass der Anteil von Frauen im Top-Management signifikant größer wird. Der BPM wird einen Vorschlag zur Umsetzbarkeit von Quoten erarbeiten.
Dazu
- setzt sich der BPM in seiner politischen Arbeit für optimierte Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Gesellschaft ein, die die Karrieremöglichkeiten von Frauen verbessern. (Kinderbetreuungskonzepte, materielle Rahmenbedingungen, gesellschaftliche Akzeptanz, etc.).
- erstellt der BPM eine Analyse der nationalen und internationalen Erfahrungen mit (gesetzlichen) Quotenregelungen zur Frauenförderung, sowie eine Bewertung, ob und inwieweit diese Konzepte ggfs. auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragbar sind.
- erarbeitet der BPM praktikable Konzepte und Maßnahmen für Personalverantwortliche und Unternehmen, um den Frauenanteil in Führungspositionen signifikant zu erhöhen (Beispiel: freiwillige Selbstverpflichtung, Mentoring etc.).
- fordert der BPM alle Unternehmen auf, entsprechende Selbstverpflichtungen einzugehen. Zur Unterstützung erarbeitet der BPM Bemessungssysteme zur differenzierten Bestimmung von Zielgrößen für Selbstverpflichtungen über Frauen in Führungspositionen (z.B. in der Differenzierung nach Branchen, Regionen, Unternehmen etc.), insbesondere um Förderkonzepte für Unternehmen handhabbarer zu machen und den Erfolg von Selbstverpflichtungen besser messen zu können.
- lobt der BPM öffentlichkeitswirksam einen Preis für erfolgreiche Konzepte von Unternehmen, Organisationen oder Einzelpersonen aus, die sich im HRM in der Förderung von Frauen für Führungspositionen in beispielhafter Weise hervorgetan haben.
Für die Erarbeitung und Umsetzung dieser Beschlüsse gründet der BPM eine Fachgruppe "Women up!", die sich mit der Umsetzung dieser Ziele befasst. Es wird erwartet, dass diese spätestens der Mitgliederversammlung 2011 ihre Ergebnisse und Vorschläge vorlegt.
BPM Position zu anonyme Bewerbungen
Der BPM lehnt eine Verpflichtung von Unternehmen zu anonymisierten Bewerbungen ab.

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