BPM Forum 2018

Welche digitale Bildung braucht die Arbeitswelt 4.0?

Der Bundesverband der Personalmanager lud gestern zum BPM Forum unter dem Zukunftsthema "Welche digitale Bildung braucht die Arbeitswelt 4.0?" in die Bertelsmann Repräsentanz nach Berlin ein. Moderatorin Barbara Scherle führte durch den gesamten Abend.

Präsidentin Dr. Elke Eller eröffnete gemeinsam mit Vize-Präsident und Gastgeber Dr. Immanuel Hermreck die Veranstaltung. Beide wiesen bereits in ihren Eröffnungsworten auf die Wichtigkeit der digitalen Aus- und Weiterbildung sowie die Bedeutung digitaler Lernangebote in Berufsschulen und Unternehmen hin.

Peter Schützdeller von der Institut der deutschen Wirtschaft Consult in Köln stellte im Anschluss an die Eröffnung die Ergebnisse der aktuellen Studie "Anforderungen der digitalen Arbeitswelt" vor. Im Rahmen der Studie wurde beleuchtet, welche Anforderungen sich an Weiterbildung und digitale Bildung für den Arbeitsmarkt der Zukunft stellen und wie sich die Bedeutung verschiedener Qualifikationen und Kompetenzen in der Unternehmenspraxis entwickeln wird. Dabei wurde deutlich, dass in Punkto Veränderungsbereitschaft der künftige Bedarf aus Sicht der Personaler nicht gedeckt ist.

Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ging in seinem Grußwort auf die arbeitsmarktpolitischen Aspekte ein und wies darauf hin, dass in Deutschland noch nie so viele Menschen wie heute in Arbeit sind. Im Zuge der digitalen Revoultion stelle sich allerdings die Frage, wie man die Menschen von A nach B bekommt, damit die Kompetenzen auch zu den Bedarfen passen? Seine These "Wir brauchen einen Strukturwandel-Airbag, der Weiterbildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begleitet" fand bei dem Publikum große Zustimmung.

Thematisch abgerundet wurde der Abend durch die Panel-Diskussion. Staatssekretär Björn Böhning, Dr. Elke Eller, Dr. Immanuel Hermreck, Aleksandra Polydova und Nico Wirtz diskutierten aus verschiedenen Perspektiven, welche Anforderungen sich an die Weiterbildung und digitale Bildung für den Arbeitsmarkt der Zukunft stellen und welche digitalen Kompetenzen die Mitarbeiter/innen der Zukunft brauchen. "Wir müssen es einfach wagen und nicht ständig eine Welle der Problematik vorschieben", so Dr. Immanuel Hermreck. Auch sei es wichtig, den Mitarbeiter zu fragen, was ihn interessiert, statt Weiterbildung einfach zu verordnen. Dr. Elke Eller formulierte, dass man eine neue Lernkultur dringend benötige, um der Herausforderung der Digitalsierung in der Bildung begegnen zu können. Nico Wirtz, IT-Koordinator des John-Lennon-Gymnasiums in Berlin sprach aus seinen Erfahrungen an der Schule: „Wir brauchen Fortbildungs-Sprints: anstatt 1x 90 Minuten Weiterbildung, wären 90x 1 Minute deutlich besser.“ 

Den politischen Ausblick des Abends gab Marja-Liisa Voellers, stellvertretende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Berufliche BIldung in der digitalen Arbeitswelt". Sie formulierte, dass der Fahrplan der Enquete-Kommission auf dem Fokus der Aus- und Weiterbildung für Lehrer liegen sollte, damit hier die digitalen Kompetenzen aufgebaut und in den Berufsschulen und Hochschulen weiterentwickelt werden können. "Wir brauchen mündige, selbstgesteuerte Bürger, die auch als Arbeitnehmer die digitalen Möglichkeiten nutzen können.", so ihr Fazit.

Im Anschluss an den offiziellen Programmteil klang der Abend in einer entspannten Atmosphäre und mit angeregten Diskussionen zwischen den Teilnehmern, Keynote-Speakern und dem BPM-Präsidium aus.

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