Einfluss von Spartengewerkschaften in Deutschland begrenzen

Angesichts des Piloten-Streiks bei der Lufthansa kritisiert der Präsident des Bundesverbands der Personalmanager (BPM), Joachim Sauer, den übermäßigen Einfluss von Spartengewerkschaften in Deutschland. Es sei nicht nachvollziehbar, warum eine privilegierte Minderheit das Wirtschaftsleben in Deutschland mit einem dreitägigen Vollstreik derart beeinträchtigen könne. Die Wiedereinführung des Prinzips der Tarifeinheit würde die Stabilität der Arbeitsbeziehungen wiederherstellen.

„Der Fall zeigt exemplarisch, wie bestimmte Berufsgruppen ihre strategische Position für Partikularinteressen missbrauchen. Und das trotz komfortabler Beschäftigungsbedingungen und eines Jahreseinkommens von bis zu 250.000 Euro – während der Rest der Belegschaft einem harten Sparprogramm unterworfen ist“, kommentiert Sauer. Nach Ansicht des BPM-Präsidenten ist die Beibehaltung des Renteneintrittsalters von 55 Jahren mit anschließender Übergangsversorgung bis zur gesetzlichen Rente eine überzogene Forderung: „Weder die Gewerkschaften noch die Wegbereiter der Rente mit 63 können sich langfristig dem demografischen Trend entziehen.“

Sauer betont zudem die Bedeutung des Prinzips der Tarifeinheit für die deutsche Wirtschaft. Das Nebeneinander von mehreren Tarifverträgen habe zu einer unübersichtlichen Lage in den Betrieben geführt und die Spartengewerkschaften erst stark gemacht. Die Regierung müsse das Thema unter Beachtung der verfassungsrechtlichen Vorgaben nun endlich angehen.