Innovationstag mit Tandemploy und BPM am 29. Oktober 2018 in Berlin

Interview mit den beiden Geschäftsführerinnen Anna Kaiser und Jana Tepe der Tandemploy GmbH

Der Bundesverband der Personalmanager und Tandemploy sind am 29. Oktober 2018 gemeinsam Gast- und Impulsgeber einer exklusiven Innovationstour zum Thema "Neues Arbeiten im digitalen Zeitalter - jenseits des Buzzword-Bingos". Im Vorfeld des Innovationstages trafen wir die beiden Geschäftsführerinnen zu einem kurzen Hintergrundgespräch und sprachen über New Work, die Wichtigkeit von Flexibilität, und welche Vorbereitungen Personaler treffen sollten, um in kollaborativen Kontexten erfolgreich zu sein.

Frau Kaiser, Sie bearbeiten gemeinsam mit dem BPM das Thema neues Arbeiten. Was genau verstehen Sie denn darunter?

Anna Kaiser: „Neues Arbeiten“ kann heißen, weniger zu arbeiten. Es kann aber auch heißen, anders zu arbeiten: kollaborativer, cleverer, vernetzter. An anderen Orten, in anderen Konstellationen, unter neuen Prämissen, mit neuen Technologien. In Unternehmen muss das Thema „Neues Arbeiten“ gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angegangen und gestaltet werden. Für mich steht fest, dass es Impulse und Signale von oben (Top-down) und gleichzeitig die Mitgestaltung und Mitbestimmung der Mitarbeiter*innen (Bottom-up) braucht. Neues Arbeiten kann man nicht einfach anordnen. Unternehmen müssen ihren individuellen „Way to New Work“ finden. "Neues Arbeiten“ ist das, was wir daraus machen. Die Antworten darauf sind natürlich individuell. Und genauso vielfältig sehen die Möglichkeiten der Gestaltung aus. Wir sollten diese Chance jetzt nutzen. 
 

Ihr Kerngeschäft ist eine Software, die Kolleg*innen innerhalb ihres Unternehmens für flexible Arbeitsmodelle und Kollaborationsformen aller Art vernetzt. Warum ist Flexibilisierung jetzt so wichtig?

Jana Tepe: Die „Zukunft der Arbeit“ ist nichts, was irgendwann über uns hineinbrechen wird. Sie ist längst da und wir gestalten sie hier und heute. Es wird sich auch in den nächsten Jahren noch viel und schnell verändern. Um handlungsfähig und vor allem innovativ sein zu können, brauchen Unternehmen flexiblere Strukturen und Arbeitsmodelle. Hierarchische Strukturen, Präsenzkultur und Silo-Denken stehen Innovation und einem echten Wandel ganz klar im Weg. Vernetztes Denken erfordert vernetzte Strukturen, flexibles Handeln flexible Arbeitsmodelle. Und die Flexibilisierung ist eine Entwicklung, die am Ende allen Beteiligten nützt: den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die lebensphasenorientierter arbeiten können und der Organisation, die insgesamt deutlich agiler, produktiver und handlungsfähiger wird. In der Praxis setzen viele unserer Kunden unsere Tandemploy Software sehr breit ein und nutzen diese, um in ihren Strukturen agiler zu werden, Wissenssilos abzubauen, Mitarbeiter*innen in ihrem Selbstmanagement zu stärken und so einen kulturellen Wandel zu ermöglichen. Mit unserer SaaS helfen wir Unternehmen dabei, sich für die digitale Transformation und die damit einhergehenden Herausforderungen fit zu machen.
 

Welche Vorbereitungen sollten Personaler treffen, um in kollaborativen Kontexten erfolgreich zu sein?

Anna Kaiser: Dazu fällt mir ein Zitat ein: "Der Geist ist wie ein Fallschirm. Er funktioniert nur, wenn er offen ist."​ Lord Thomas R. Dewar

Im digitalen Zeitalter benötigen wir alle Offenheit und Flexibilität, die wir mobilisieren können. Um handlungsfähig zu bleiben, aktiv und gestaltend. Das gilt natürlich auch für Personaler. Konkret sieht das so aus: Mutig sein, andere ermutigen und Dinge hinterfragen. Digitalen Tools offen begegnen, veraltete Strukturen und Prozesse loslassen können, wissen, wie zukunftsfähiges Arbeiten aussehen wird (vernetzt & kollaborativ!) und auch, welche Skills immer wichtiger werden (Kreativität, Analyse, Flexibilität, Empathie). Das heißt auch, Personaler müssen raus aus den HR-Silos und vernetzter arbeiten und agieren. Nur wer flexibel und offen genug ist, wird den digitalen Wandel aktiv mitgestalten. Personaler haben dafür jetzt die Chance.
 

Tandemploy ist Kompetenzpartner des BPM. Welches gemeinsame Ziel verfolgen Sie?

Jana Tepe: Wir wollen gemeinsam Lösungen für die Arbeitswelt der Zukunft entwickeln und sie aktiv mitgestalten. Bei Tandemploy und beim BPM steht Vernetzung an erster Stelle. Zukunftsfähiges Arbeiten bedeutet auch Wissenstransfer und lebenslanges Lernen. Das wollen wir gemeinsam fördern.

 

Über Tandemploy:
Tandemploy unterstützt Organisationen mit smarter Cloud-Software bei der digitalen Transformation und nutzt dabei den stärksten Hebel, den Unternehmen haben: die eigenen Mitarbeiter*innen. Mit seinem mittlerweile über 20-fach ausgezeichneten Tool matcht das Berliner Unternehmen innerhalb von Firmen Kolleg*innen für einen lebendigen Wissenstransfer, Kollaborationsformen und flexible Arbeitsmodelle - und verfolgt dabei einen ebenso innovativen wie wirksamen Bottom-up-Ansatz. 

Über Anna Kaiser und Jana Tepe:
Anna Kaiser und Jana Tepe sind Geschäftsführerinnen von Tandemploy, einer jungen Firma, die seit 2014 die Arbeitswelt auf den Kopf stellt. Das mittlerweile 20-fach ausgezeichnete Berliner Unternehmen (HR Startup Award des BPM 2016, Chefsache-Award 2017, KfW-Gründerpreis 2016, Unternehmerinnenpreis 2015 uvm.) entwickelt Software, die Mittelständler wie Konzerne beim gelungenen Wissenstransfer sowie der Flexibilisierung ihrer Strukturen und Arbeitsmodelle unterstützt - und sie damit fit macht für die digitale Transformation. 

In der eigenen Firma leben Beide vor, wie andere Arbeit aussehen kann: Beide teilen sich die Geschäftsführung im Jobsharing, alle Mitarbeiter*innen arbeiten in flexiblen Arbeitsmodellen und interdisziplinären Teams, zuletzt haben sie die starre 40-Stunden-Stelle bei Tandemploy abgeschafft. Ihr Anliegen einer vernetzten, innovativen und zukunftsgewandten Arbeitswelt diskutieren sie auch auf höchster politischer und gewerkschaftlicher Ebene.