#PROUD2BHR - WAS MACHT SIE STOLZ?

3 Antworten von Steffen Fischer, Geschäftsführer Personal, ifm electronic gmbh

 

         1. Wer sind Sie und was treibt Sie an?

Als Geschäftsführer Personal bei der ifm electronic gmbh verantworte ich weltweit die HR- Themen. Ich habe das Glück, als oberster HRler zugleich Mitglied der zentralen Geschäftsleitung der ifm-Gruppe zu sein, was es sicherlich leichter ermöglicht, die personalpolitischen Themen von A-Z für unsere 7000 Mitarbeiter in 42 Ländern prominent in Entscheidungsprozessen bei Inhabern und Vorstand zu platzieren. Damit ist es aber lange noch nicht ausdiskutiert und umgesetzt, sondern man muss auch als HR-Geschäftsführer für seine Themen kämpfen und diese mit meinem engagierten HR-Team auf die Straße bringen. Zudem wird von mir erwartet, unmittelbar hilfreiche Businessakzente „rund um alle HR-Themen“ zu setzen, was in einem vertriebsgetriebenen Innovationsunternehmen mit dezentraler Unternehmenskultur herausfordernd sein kann. Hohlphrasen werden bei uns sofort zerrissen und das zurecht.
Ich profitiere sehr davon, dass auch die Patentabteilung mit über 850 Patenten zu meinem Verantwortungsbereich gehört und natürlich vom BPM-Netzwerk als Leiter der Fachgruppe strategisches Personalmanagement. Ich bin zudem quasi jeden Tag in der ifm von Kollegen umgeben, die sich mit Automatisierungstechnik und der Vernetzung von Maschinendaten beschäftigen. Da ist der Gedankensprung zu Fragestellungen von vernetzten Menschen- und Organisationsdaten nicht weit. All das macht Spaß.

        2. Was macht Sie Proud2bHR?

Ich nehme wahr, dass Personal- und Organisationsthemen im Allgemeinen mehr als in der Vergangenheit an Wertigkeit gewonnen haben und bin stolz, dass korrespondierend dazu die HR-Funktionsbereiche zunehmend als der kompetente Ansprechpartner und als die Klammerfunktion gesehen werden, diese Fragestellungen auch zu beantworten und das aus einer modernen Rolle heraus zu gestalten: chrossfunktional denkend und doch zugleich den eher fachlich traditionellen Themenkomplex abbildend.
HR gestaltet mehr als zuvor die gesamte Unternehmensentwicklung aktiv mit, weil es halt mit Menschen zu tun hat. Zudem sind wir als „HR“ quasi die Einzigen, bei denen es auch explizit als arbeitsteilige Aufgabenstellung formuliert ist, sich  allumfassend und ganzheitlich um „Human Ressources “ zu kümmern. Ein Monopol auf alle „HR-Themen“ hat die „HR“-Abteilung aber dennoch nicht (vieles kommt zurecht aus den anderen Fachabteilungen), was es spannend und anspruchsvoll macht, sich federführend als HR-Taktgeber platzieren zu wollen.

       3. Digitalisierung formt neue Berufsbilder. Welchen Job sollte es Ihrer Meinung nach zukünftig geben?

Noch vor kurzem hieß es: „Ich mach irgendwas mit Medien“. Natürlich macht es jetzt Spaß und es ist wichtig, darüber nachzudenken, welche 4.0-Kreationen zukünftig beruflich denkbar sind. Sehr erhellend sind die 21 Vorschläge, die unter https://cogniz.at/2w52SVv 
zu finden sind. Es wird also wohl also „irgendwas mit Daten“ sein (Datenerhebung, -Vernetzung. –Aufbereitung,- anwenderfreundliche Aufbereitung und Umgang mit Daten).
Es waren schon so viele kreative Köpfe an dem Thema dran, dass mir leider auch nichts mehr einfällt, außer vielleicht: „Irrtumsforscher für zukünftige Berufe“ :-) . Jedenfalls ordne ich den digital gebildeten HRler nicht in die oberste Stufe der bedrohten Berufsarten ein, denn es geht meiner Erfahrung nach nie nur um digitale Daten allein, sondern in der Anwendung immer um den konkreten Organisationskontext mit realen Menschen. Nicht alle Entscheidungen sind immer digital logisch und wer wenn nicht die Personaler haben gelernt, auch mit zum Teil – menschlich bedingten - irrationalen Entscheidungsprozessen umzugehen?